{"id":103,"date":"2022-02-21T15:32:45","date_gmt":"2022-02-21T15:32:45","guid":{"rendered":"https:\/\/next.artworkroomgallery.com\/?page_id=103"},"modified":"2022-04-03T12:35:55","modified_gmt":"2022-04-03T12:35:55","slug":"wunderkammer-vollstandig-vollzahlig","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/artworkroomgallery.com\/?page_id=103","title":{"rendered":"wunderkammer: vollst\u00e4ndig vollz\u00e4hlig"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-white-color has-text-color\" style=\"font-size:25px\">Jennifer Gaulocher<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\" style=\"font-size:25px\">10.09.-24.09.2016<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"540\" src=\"https:\/\/artworkroomgallery.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wunderkammer-2-1024x540.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-104\" srcset=\"https:\/\/artworkroomgallery.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wunderkammer-2-1024x540.png 1024w, https:\/\/artworkroomgallery.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wunderkammer-2-300x158.png 300w, https:\/\/artworkroomgallery.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wunderkammer-2-768x405.png 768w, https:\/\/artworkroomgallery.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wunderkammer-2-1536x810.png 1536w, https:\/\/artworkroomgallery.com\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wunderkammer-2-2048x1080.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">Die Ausstellung \u201ewunderkammer: vollst\u00e4ndig vollz\u00e4hlig\u201c der Karlsruher K\u00fcnstlerin Jennifer Gaulocher teilt sich in zwei Ausstellungsabschnitte die sich kontrastierend gegen\u00fcber stehen. Der \u201eSammlungs-Teil\u201c und die \u201eWunderkammer\u201c werden spezifischen Videoarbeiten gegen\u00fcber gestellt. Gaulochers Arbeiten befassen sich mit Aspekten des Sammelns, ohne zu werten. Die Tautologie des Ausstellungsnamens spiegelt die Eigenschaften der Sammlungen wieder. Die Arbeiten der K\u00fcnstlerin entstehen seriell und f\u00fcgen sich als Wunderkammer zusammen in der es viel zu sehen und zu entdecken gibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">wunderkammer: vollst\u00e4ndig vollz\u00e4hlig Eine Arbeit aus der \u201eWunderkammer\u201c ist die \u201eCollection II\u201c, welche eine Ansammlung aus Reisefotografien ist und unter anderem einen Ursprung im Trend des \u201ereisenden Kuscheltiers\u201c entspringt. Dies wird kombiniert mit dem Retro-Trend der Sofortbildfotografie. W\u00e4hrend in Realit\u00e4t solche Bilder zur Pr\u00e4sentation der \u201eersammelten\u201c Reiseziele dienen und in gewisser Weise zur Selbstprofilierung, rutschen die Fotografien, zus\u00e4tzlich zur schwankenden Qualit\u00e4t mit Teils kaum erkennbaren Orten, immer mehr in das Banale ab &#8211; auch die Wahl des reisenden Gegenstandes wirkt ungew\u00f6hnlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">Ein anderes Werk besteht aus einer ehemaligen Kuscheltiersammlung, welche zu einem Konglomerat zusammengen\u00e4ht wurde. Parallel dazu gibt es Portraitfotos der verwendeten Stofftiere, welche vor ihrer Umwandlung zu sehen sind. In gewisser Weise \u00e4hnlich, besteht \u201eCollection I\u201c aus nicht erschlie\u00dfbaren Excel-Tabellen, in denen penibel jede Gegenstandsgruppe der \u201eSammlungen\u201c geordnet ist. Ohne Kontext oder Spaltenbeschriftung, bildet es eine Anh\u00e4ufung an Daten, die man nicht deuten kann. Irrelevant erscheinende Faktoren, wie die L\u00e4ngenkante eines Buches, werden zum ordnenden Faktor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">In \u00fcberspitzter Art kommentieren die Arbeiten verschiedene Verhaltensweisen und erforschen ob der Besitz oder dessen Abstinenz als Weg zum Gl\u00fcck funktioniert, wobei es kein gut oder schlecht gibt. Die Wunderkammer mit ihren Sammlungen und die Videoarbeiten als Illusion, werden aufgef\u00fchrt aber nicht aktiv bewertet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">Was die Arbeiten in dem Wunderkammer-Teil gemein haben ist, dass die Sammlungen auf verschiedene Arten und Weisen mutieren. Sie werden unbrauchbar, unheimlich oder l\u00e4cherlich, durch Verfremdung ihrer Ma\u00dfst\u00e4be, Farben, Formen oder ihres Nutzens. Als Sammlungsobjekt wird ihnen ihr Nutzen aberkannt und sie werden auf die Rolle des Sammlungsteils beschr\u00e4nkt. Der weitere Teil der Ausstellung besteht aus Videoarbeiten. Jennifer Gaulocher begann Videosequenzen aufzunehmen in denen Vorg\u00e4nge in der Natur, wie vorbeiziehende Wolken oder Wellen zu sehen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">Durch die Abstinenz von Menschen in diesen Aufnahmen wird eine Idylle von Alleinsein, Abgeschiedenheit und Abgelegenheit gezeigt, welche im Kontrast zu den \u201eGesellschaft und Konsum\u201c wiederspiegelnden Sammlungen stehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">Die reine Natur wird jedoch laut der K\u00fcnstlerin zu \u00fcberladenem Kitsch, dank bekannter, \u00fcberbenutzter Bildsprache. So driftet die Arbeit von der versprechenden Erl\u00f6sung der erdr\u00fcckenden Konsumware in ein Klischee des Gl\u00fccklich Seins ab und wird durch bewusst gew\u00e4hlte stilistische Mittel verst\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">Insgesamt zieht sich durch Gaulochers Oeuvre eine gewisse Ambivalenz, der Kontrast zwischen Kitsch, Niedlichkeit und Infantilit\u00e4t und dem Unlogischen, Unsinnigem, Seltsamen und Unheimlichen, wobei ordnende und archivierende Elemente, wie Listen, Setzk\u00e4sten und Lexika oftmals in ihren Werken aufzufinden sind. Themen wie Kitsch, Vintage-\u00c4sthetik und Obskurit\u00e4t werden in ihren Darstellungen mit einem Augenzwinkern aufs Korn genommen oder ad absurdum gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">Die Kombination aus alledem generiert eine Atmosph\u00e4re des Ausstellungsraumes der als starkes Kontrastprogramm zu der Kunsterfahrung aus dem White Cube steht. Die Stimmung der Wunderkammer und die Distanzierung der von Brian O\u2019Doherty behandelten Wei\u00dfen Zelle ist ein weiteres Anliegen der Karlsruher K\u00fcnstlerin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\">Jennifer Gaulocher studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden K\u00fcnste in Karlsruhe in der Klasse von Prof. Marijke van Warmerdam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jennifer Gaulocher 10.09.-24.09.2016 Die Ausstellung \u201ewunderkammer: vollst\u00e4ndig vollz\u00e4hlig\u201c der Karlsruher K\u00fcnstlerin Jennifer Gaulocher teilt sich in zwei Ausstellungsabschnitte die sich kontrastierend gegen\u00fcber stehen. 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